Grußworte
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Treppenhaus der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz hängen 60 Bilder aus 60 Jahren Rheinland-Pfalz. Auf einem Bild ist Fritz Walter zu sehen. Es stammt aus dem Jahr 1956 und trägt den Titel „Ehrengast Fritz Walter“. Es gibt gute Gründe, dass Fritz Walter zur Geschichte unseres Landes gehört. Er hat für Rheinland-Pfalz und für Deutschland eine herausragende Bedeutung. Als er 2002 gestorben ist, verlor Kaiserslautern seinen Lieblingssohn, Rheinland-Pfalz seinen ersten Ehrenbürger und Deutschland eine herausragende Persönlichkeit.
Fritz Walter hat das Selbstwertgefühl der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder erweckt. Sein überragendes spielerisches Können und sein Mannschaftsgeist trugen entscheidend zum „Wunder von Bern“ bei. Die Weltmeisterschaft von 1954 erfüllte ungezählte Deutsche mit Begeisterung und Zuversicht. Die sportliche Zurückhaltung der europäischen Nachbarn wich schlagartig. Viele internationale Begegnungen wurden möglich. Die Bundesrepublik Deutschland wurde in die internationale Sportgemeinschaft aufgenommen.
Selbst Jahrzehnte nach diesem Ereignis bleibt Fritz Walter bei allen Generationen so populär wie kaum ein anderer Sportler in Deutschland. Er war eben ein Mensch, der mit beiden Beinen auf dem Boden blieb, ohne Starallüren, heimatverbunden, immer Pfälzer und Rheinland-Pfälzer. Wir können froh sein, dass wir in unserer Heimat einen Mann hatten, der durch seine sportliche Leistung und durch seine menschliche Größe immer zu den herausragenden Persönlichkeiten des Sports zählen wird. Aber Fritz Walter hat nicht nur im Bereich des Sports großes Engagement gezeigt. Der soziale Einsatz hatte einen ebenso wichtigen Stellenwert in seinem Leben. Er war viele Jahre Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung. Besonders um jugendliche Straftäter kümmerte er sich. Er wirkte danach in der Stiftung mit, die seinen Namen trägt. Dort engagierte er sich weiter in der Jugendarbeit und trug zur Völkerverständigung bei. Sein Name lebt in der Stiftung weiter. Durch sie wird sportliches Talent, besonders im Fußballbereich, das Miteinander und die Integration von Jugendlichen in seinem Sinne gefördert. Dazu trägt die Stiftung weiterhin zur Völkerverständigung bei, besonders mit den mittel- und osteuropäischen Staaten.
Der Name Fritz Walter steht nach wie vor für einen einmaligen Sportler, für den Menschlichkeit, Ehrlichkeit, Herzlichkeit und Fairness hohe Tugenden waren. Auch für kommende Generationen bleibt er ein Vorbild für fußballerisches Genie und persönliche Bescheidenheit. Ich bin stolz darauf, dass ich zu ihm „Du“ sagen durfte.
Als Vorsitzender des Stiftungsbeirates danke ich allen, die sich für die Fritz-Walter-Stiftung eingesetzt haben. Mit meinem Dank verbinde ich die Bitte, auch in Zukunft die Ziele der Stiftung großzügig zu fördern.
Kurt Beck
Ministerpräsident Rheinland-Pfalz
Sehr geehrte Damen und Herren,
"Es gibt nur eine erfolgreiche Methode, Menschen zu erziehen, nämlich durch Vorbild!", hat Albert Einstein einmal gesagt. Aus dieser Einsicht erwächst Verantwortung für jeden, ganz besonders für uns Ältere, aber sicher auch für Spitzensportler, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Schlimmer als die materiellen Schäden, die Skandale in Politik, Wirtschaft und Sport in den letzten Jahren verursacht haben, sind negative Vorbildwirkungen.
Der Fußball entfacht in der engen Verzahnung von Profi- und Amateursport seine große Wirkung vor allem über seine Stars, über Idole, die wir immer wieder neu hervorbringen, die den Kindern und Jugendlichen Orientierung geben. Dessen müssen sich insbesondere unsere Bundesliga- und Nationalspieler immer bewusst sein.
Fritz Walter hat dies sein Leben lang beherzigt. Zweifellos genoss er zu seiner aktiven Zeit große Populariät, weil er ein begnadeter Künstler am Ball war, der ein Spiel lesen konnte und als Mannschaftskapitän an Einsatz- und Siegeswillen kaum zu übertreffen war. Was ihn darüber hinaus für Generationen von Fußballfans als Vorbild auszeichnete, waren seine Bodenständigkeit, seine sportliche Fairness, sein Auftreten ohne Allüren und öffentliche Skandale durch alle Lebensphasen bis zu seinem Tode im Juni 2002.
Sein hohes Ansehen hat er dafür eingesetzt, sich für andere einzusetzen. Sichtbar wurde dies in seiner großen Fürsorge für seine ehemaligen Mitspieler und Mannschaftskameraden, aber auch für Menschen, die er nicht persönlich kannte, denen er mit kleinen Gesten der Aufmerksamkeit Freude bereiten und behilflich sein konnte.
Fritz Walter trägt großen Anteil daran, dass der Fußball gesellschaftsfähig geworden ist, was weniger an der Entwicklung vom vermeintlichen Proletensport hin zum viel beachten Event nachvollzogen werden kann, als viel mehr an seinem Aufstieg zu einer starken Kraft in unserem Gemeinwesen mit dem Potenzial, Werte und Botschaften zu transportieren, die für die Selbstfindung und Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen von elementarer Bedeutung sind.
Jugendliche bei der Integration in die Gesellschaft zu unterstützen, gegen Drogen und Dopingmissbrauch anzugehen, völkerverbindende Projekte zu begleiten sind die wesentliche Ziele, denen sich die Fritz-Walter-Stiftung seit ihrer Gründung vor zehn Jahren in besonderer Weise verpflichtet sieht.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, den Vorstandsund Kuratoriumsmitgliedern sowie der Geschäftsführung für ihr gesellschaftliches Engagement zu danken. Nicht ohne Stolz können wir auf zahlreiche erfolgreich geförderte Projekte zurückblicken. Um aber auch in Zukunft nachhaltig und wirkungsvoll agieren zu können, muss sich die Stiftungsarbeit stetig weiterentwickeln und über gezielte Schwerpunkte ihr Profil schärfen.
Dass dies gelingen wird, braucht nicht bezweifelt zu werden. Das Werk unseres Weggefährten, Freundes und Vorbildes Fritz Walter verantwortungsvoll und zukunftsorientiert weiterführen zu dürfen, ist eine besondere Verpflichtung und ehrenvolle Aufgabe zugleich.
Dr. Theo Zwanziger
DFB-Präsident
Sehr geehrte Damen und Herren,
vor 109 Jahren wurde der 1. FC Kaiserslautern gegründet und hat in seiner lebhaften Historie viele Höhen aber auch Tiefen durchlebt. Zahlreiche bedeutende Sportler hat der FCK hervorgebracht und einen wesentlichen Teil der deutschen Sportgeschichte mitgeschrieben.
Durch diese Sportler erlangte der 1. FC Kaiserslautern großes Ansehen in der Region, in Deutschland und auf der ganzen Welt. Doch einem FCKler steht eine ganz besondere Rolle zu: Fritz Walter ist und bleibt der große Vorzeigesportler der Roten Teufel.
Fritz Walter blieb dem 1. FC Kaiserslautern sein gesamtes Leben treu, obwohl er lukrative Angebote von den damals besten Vereinen in Europa hatte. Inter Mailand, FC Nancy, Racing Paris oder Atletico Madrid warben um ihn, doch auch astronomische Summen konnten ihn nicht locken. Fritz Walter lehnte stets mit den Worten „Dehäm is dehäm“ ab.
In 384 Spielen erzielte er 327 Tore – und das als Mittelfeldspieler! Er war der Kopf der legendären Walter-Elf und der erste Ehrenspielführer des 1. FC Kaiserslautern sowie des Deutschen Fußball-Bundes. Durch seine herausragenden Leistungen bei der Weltmeisterschaft 1954 hat er den 1. FC Kaiserslautern und die Stadt Kaiserslautern gemeinsam mit seinem Bruder Ottmar und den Mitspielern Horst Eckel, Werner Kohlmeyer und Werner Liebrich berühmt gemacht und einer ganzen Nation Hoffnung gegeben. Er war ein besondere Fußballer - ein Lenker, ein Denker und ein hervorragender Techniker mit großem Kämpferherz.
Aber nicht nur seine fußballerischen Fähigkeiten haben ihn unvergesslich werden lassen. Durch seine tadellose Art, sein ehrliches, stets sympathisches und menschliches Auftreten hat sich Fritz Walter in den Herzen vieler Menschen einen besonderen Platz erobert. Vorbild, Idol, Held - dass wollte er nie sein. Er ist es aber für viele geworden und wird es auch immer bleiben.
Fritz Walter hatte auch maßgeblichen Anteil daran, dass Kaiserslautern WM-Stadt 2006 wurde. Auch hierfür sind wir ihm zu Dank verpflichtet. Leider durfte er die Fußballweltmeisterschaft in seinem Stadion nicht mehr erleben.
Wir sehen es als unsere Aufgabe an, das Andenken an Fritz Walter zu bewahren und die am 2. Juni 1999 noch mit seiner tatkräftigen Unterstützung gegründete Stiftung zu fördern. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass sich der 1. FC Kaiserslautern neben dem Land Rheinland-Pfalz und dem Deutschen Fußball-Bund dafür eingesetzt hat, diese Stiftung ins Leben zu rufen. Mit der Fritz-Walter-Stiftung soll sein Lebenswerk weitergeführt werden und sein Andenken nachhaltig bewahrt werden.
Der 1. FC Kaiserslautern unterstützt daher die Fritz-Walter-Stiftung in ihrem Wirken und wird sich stets für ihre Weiterentwicklung stark machen. Allen, die sich für die Stiftung eingesetzt haben und sie mit Leben gefüllt haben, gilt unser ganz herzliches Dankeschön. Zehn erfolgreiche und arbeitsreiche Stiftungsjahre liegen hinter uns und die Vertreter der Fritz-Walter-Stiftung können auch weiterhin auf die starke Rückendeckung durch Fritz Walters FCK bauen.
Stefan Kuntz
Vorstandsvorsitzender 1. FC Kaiserslautern
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Sport und insbesondere der Fußball haben in Deutschland einen hohen Stellenwert und sind zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Die Fußballbegeisterung im Jugendbereich, die zahlreichen Aktiven im Amateur- und Freizeitbereich und das anhaltend große Interesse an der Fußball-Bundesliga sind Ausdruck der Lebensfreude und Lebensqualität, die durch den Fußball vermittelt werden.
Die Entwicklung des Fußballs war in der Zeit nach dem Krieg mit einzelnen herausragenden Persönlichkeiten verbunden, zu denen vor allem Fritz Walter gehörte. Dieser für viele Generationen vorbildliche Sportler vereint in sich die Eigenschaften von Leistung, sozialer Verantwortung, Heimatverbundenheit und bescheidenem Auftreten. Wo immer sich Fritz Walter für die Sache des Sports und insbesondere des Jugendsports engagierte, wurden ihm von den Menschen hohe Anerkennung und Respekt entgegen gebracht.
Die Popularität und die Ausstrahlungskraft von Fritz Walter sind in besonderer Weise mit der Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz verknüpft. Neun Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die deutsche Nationalmannschaft mit Fritz Walter als Kapitän Fußballweltmeister. Dieses Ereignis hat weit über den sportlichen Erfolg hinaus dazu beigetragen, dass die Menschen in der schwierigen Phase der Nachkriegszeit Hoffnung und Zuversicht für die Zukunft geschöpft haben.
Fritz Walter hat in den folgenden Jahren und Jahrzehnten durch seine Persönlichkeit und sein Auftreten viele Freunde für den Fußballsport gewonnen und damit zum Ansehen des deutschen Fußballs national und international erheblich beigetragen. Durch sein Engagement und insbesondere seine Arbeit in der "Sepp Herberger-Stiftung" hat Fritz Walter dabei immer wieder auch die Verantwortung des Sports für die gesellschaftliche und soziale Entwicklung insgesamt deutlich gemacht.
Das Lebenswerk von Fritz Walter soll nach dem Willen der Stifter durch Errichtung einer Stiftung gesichert und fortgeführt werden. Neben der Förderung von talentierten Jugendlichen insbesondere im Fußballbereich soll die Stiftung auch sonstige Maßnahmen zur gesellschaftlichen Integration von jungen Menschen sowie zur Völkerverständigung durchführen und unterstützen.
Roger Lewentz
Vorstandsvorsitzender
